Besuch der AIDS-Seelsorge in Zürich

„Grüezi“ und „Moin, moin“!

Besuch bei der HIV-Aidsseelsorge in Zürich

Dass HIV-Infektionen inzwischen gut behandelbar sind (zumindest hierzulande), ist eine echte Erfolgsgeschichte. Und trotzdem: Mit HIV zu leben ist und bleibt nicht leicht. Körperlich, aber auch seelisch.

Darum ist es gut, dass es nach wie vor kirchliche Seelsorge-Stellen gibt, die beim Leben mit dem Virus begleiten.

Und das nicht nur in Deutschland! Die HIV-Aidsseelsorge in Zürich ist eine Einrichtung der Katholischen Kirche im dortigen Kanton. Sie ist ähnlich groß wie wir – also Grund genug, dass wir uns einmal kennenlernen und austauschen! Nachdem der Züricher Leiter Bruno Willi 2020 schon einmal in Hamburg war, konnte ich nun einen Gegenbesuch machen.

Vieles läuft in Zürich ähnlich wie bei uns. Es gibt Einzelberatung, Lebensbegleitung gemeinsame Unternehmungen und – besonders wichtig: Gemeinsame Mahlzeiten. Während es bei uns vor allem Frühstücke sind, trifft man*frau sich dort zu Mittag- oder Abendessen. Und ein festes Team sorgt in einer eigenen Küche für gediegene Be- wirtung (*beneid*).

Entstanden ist die HIV-Aidsseelsorge Zürich aus der kirchlichen Sterbebegleitung im Universitätsspital Zürich 1987. Dies ist anders als bei uns, wo es vor allem schwule Männer waren, die in den frühen 1990er Jahren eine kirchliche AIDS-Seelsorge forderten. Im Alltag aber macht das wenig Unterschied: Hier wie dort verbindet das Thema „HIV“ Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenszusammenhängen.

Und eine enge Verbindung zur LSBTIQ*- Community ist dort ebenso selbstverständlich wie bei uns.

Bei einem einmaligen Besuch soll es aber nicht bleiben. Im Juni ist eine Begegnung von Menschen mit HIV aus Hamburg und Zürich geplant – für ein paar Tage in den Schweizer Bergen. Eine Einladung unserer Schweizer Partner sowie großzügige Spenden der Brigitte- Kressner-Stiftung und einer Einzelperson ermöglichen uns, mit einer kleinen Gruppe dorthin zu fahren. Die Vorfreude ist riesig, denn die Begegnung findet in einem Tagungshaus statt, das wunderschön ober- halb des Vierwaldstätter Sees gelegen ist. Und dort heißt es dann ganz konkret: „Grüezi“ und „Moin, moin!“

Thomas Lienau-Becker